Serielle Fassadenmontage, Quelle: ecoworksSerielle Fassadenmontage, Quelle: ecoworks

Das serielle Sanieren soll in Deutschland vom Einzelprojekt zur Standardlösung werden. Mit diesem Ziel haben der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und die Deutsche Energie-Agentur (dena) eine europaweite Ausschreibung für die neue Rahmenvereinbarung „Serielles Sanieren 1.0“ gestartet. Die Ausschreibung wurde Anfang September auf der EU-Vergabeplattform TED veröffentlicht.

Ziel der Vereinbarung ist es, Wohnungsunternehmen den Zugang zu standardisierten, qualitativ hochwertigen und wirtschaftlich kalkulierbaren Sanierungslösungen zu erleichtern. Durch industrielle Vorfertigung, digitale Prozesse und standardisierte Abläufe sollen energetische Modernisierungen künftig schneller umgesetzt und Kosten besser planbar werden. Unterstützt wird das Vorhaben vom Bundeswirtschaftsministerium sowie vom Bundesbauministerium.

Die Initiatoren sehen im seriellen Sanieren einen entscheidenden Hebel, um die Klimaziele im Gebäudebestand zu erreichen. Angesichts von Millionen sanierungsbedürftiger Bestandsgebäude seien skalierbare Konzepte gefragt, die Geschwindigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. Neben einzelnen Gebäuden rücken dabei zunehmend ganze Quartiere und Wohnungsportfolios in den Fokus.

Auch wirtschaftlich wird dem Ansatz großes Potenzial zugeschrieben. Nach Angaben der dena wurden mit seriellem Sanieren bislang Investitionen von rund zwei Milliarden Euro ausgelöst. Bis zum Jahr 2045 könnte das Marktvolumen auf bis zu 500 Milliarden Euro anwachsen. Gleichzeitig werden Impulse für Beschäftigung, Qualifizierung und regionale Wertschöpfung entlang der Bau- und Zulieferkette erwartet.

Die Ausschreibung ist in vier Regionen sowie vier Fachlose gegliedert und umfasst die energetische Sanierung von Außenwänden sowie Sanierungen auf den Effizienzhaus-Niveaus EH85, EH70 und EH55. Gesucht werden integrierte Gesamtlösungen aus einer Hand. Unternehmen können sich gezielt für einzelne Regionen, Gebäudetypen oder Fachlose bewerben.

Mit der neuen Rahmenvereinbarung wollen die Projektpartner den Markthochlauf des seriellen Sanierens beschleunigen und einen Beitrag zu einem klimafreundlichen, bezahlbaren und zukunftsfähigen Gebäudebestand leisten.

Detaillierte Ausschreibungsunterlagen Serielles Sanieren

https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/601595-2026