
Vom 2. bis 4. Dezember 2026 trifft sich die internationale Holzbaubranche zum 30. Internationalen Holzbau-Forum (IHF) im Congress Innsbruck. Unter dem Motto „Aus der Praxis – Für die Praxis“ widmet sich die Jubiläumsausgabe den großen Transformationsfragen des Bauens: der Entwicklung nachhaltiger Stadtquartiere, dem Bauen im Bestand, der Kreislaufwirtschaft sowie neuen Ansätzen für den mehrgeschossigen und großvolumigen Holzbau.
Bereits die Auftaktveranstaltung macht deutlich, wohin sich die Diskussion verschiebt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Holz bei der Entwicklung klimaresilienter und lebenswerter Städte spielen kann. Expertinnen und Experten aus Stadtplanung, Immobilienwirtschaft und Forschung diskutieren Quartiersentwicklungen, Aufstockungen und urbane Nachverdichtung als zentrale Handlungsfelder einer nachhaltigen Baukultur.
Das Programm spannt einen Bogen von Architektur und Fertigbau über Verbindungstechnik bis hin zum Bauen im Bestand. Dabei rücken Themen in den Vordergrund, die weit über einzelne Bauprojekte hinausweisen: Lean Construction, integrierte Projektabwicklung, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und die Wiederverwendung von Baustoffen. Gleichzeitig werden internationale Vorzeigeprojekte vorgestellt, darunter Holzhochhäuser, Gesundheitsbauten und großmaßstäbliche Ingenieurbauwerke.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte den Diskussionsforen gelten. Unter dem Titel „Mut zur Einfachheit“ wird darüber debattiert, welche Anforderungen Gebäude tatsächlich erfüllen müssen und an welchen Stellen Standards überdacht werden können, um Baukosten, Ressourcenverbrauch und Komplexität zu reduzieren. Ein weiteres Forum beschäftigt sich mit Feuchte-, Umwelt- und Gesundheitsschutz und damit verbundenen Qualitätsanforderungen im modernen Holzbau.
Auch Forschung und Innovation nehmen beim IHF traditionell breiten Raum ein. Themen reichen von robotergestützter Fertigung und neuen Holzwerkstoffen über KI-gestützte Prozesse bis hin zu Fragen der Klimaanpassung und des urbanen Mikroklimas. Damit versteht sich das Forum nicht nur als Branchentreffen, sondern als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Planung, Industrie und Politik.
Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählen zudem die Ehrungen zweier prägender Persönlichkeiten des Holzbaus: Prof. Dr. Stefan Winter für seine Verdienste um Forschung, Normung und Praxis sowie Hans Hundegger, dessen Entwicklungen die industrielle Holzbearbeitung maßgeblich verändert haben.
Das Jubiläumsforum verdeutlicht damit, dass die Zukunft des Holzbaus längst nicht mehr allein in neuen Gebäuden gesucht wird. Im Fokus stehen vielmehr die Transformation des Bestands, die Entwicklung klimaangepasster Städte und die Frage, wie sich Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Baukultur miteinander verbinden lassen.
30. Internationales Holzbau-Forum (IHF)
2.–4. Dezember 2026, Congress Innsbruck
https://events.forum-holzbau.com/IHF


