Quelle: Thilo Ross / DGJ ArchitekturQuelle: Thilo Ross / DGJ Architektur

Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 hat die Heinz-Sielmann-Grundschule im Ortsteil Ilfeld ein neues Schulgebäude bezogen. Rund 100 Schülerinnen und Schüler lernen dort seit Mitte August in einer eingeschossigen Grundschule, die als Holzbau errichtet wurde und auf ressourcenschonende Materialien sowie eine langfristige Anpassungsfähigkeit ausgelegt ist.

Der Neubau entstand auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofs und nutzt die Fläche einer früheren Kläranlage. Damit konnte das historische Ensemble erhalten und zugleich zeitgemäß weiterentwickelt werden. Die neue Schule fügt sich als eingeschossiger Baukörper in die vorhandene Struktur ein und orientiert ihre Lern- und Aufenthaltsbereiche zur umgebenden Landschaft.

Grundlage des Entwurfs ist ein Holzbausystem mit hohem Vorfertigungsgrad. Die Außenwände wurden als vorgefertigte Elemente hergestellt, die Tragwerk, Dämmung und Fenster bereits integrieren. Das Gebäude kommt weitgehend ohne Stahl aus und setzt auf nachwachsende sowie recycelte Materialien. Neben Holz kommen unter anderem Zellulose-, Holzfaser- und Strohelemente zum Einsatz. Eine unbehandelte Lärchenholzfassade, ein begrüntes Dach und eine Photovoltaikanlage ergänzen das nachhaltige Konzept.

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Im Inneren folgt die Schule einer klaren räumlichen Struktur. Ein zentraler Bereich mit Eingang, Garderobe, Speiseraum und Mehrzwecknutzung bildet das Herz des Gebäudes. Daran schließen sich zwei Lerncluster mit Klassen- und Differenzierungsräumen an. Verbunden werden die Bereiche durch einen großzügigen Lernflur, der selbst als Lern- und Aufenthaltsort genutzt werden kann. Große Fensterflächen und sichtbare Holzoberflächen sorgen für helle und robuste Räume.

Zum pädagogischen Konzept gehören außerdem verschiedene Außenräume. Ein „grünes Klassenzimmer“, ein Schulgarten und ein Schulhof erweitern die Lernmöglichkeiten ins Freie und schaffen direkte Bezüge zwischen Unterricht, Aufenthalt und Natur.

Auch die langfristige Nutzung spielte bei der Planung eine wichtige Rolle. Die Holzskelettstruktur und nichttragende Innenwände ermöglichen spätere Anpassungen der Grundrisse. Vorbereitete Anschlüsse und lösbare Verbindungen erleichtern Umbauten oder eine mögliche Umnutzung des Gebäudes in der Zukunft.

Die energetische Berechnung nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2023 weist für die Grundschule Ilfeld einen Jahres-Primärenergiebedarf von 66,1 kWh/(m²a) aus. Das Gebäude erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen des GEG. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe, ergänzt durch Wärmerückgewinnung und eine Photovoltaikanlage. Der berechnete Jahres-Primärenergiebedarf liegt deutlich unter den gesetzlichen Anforderungen für Neubauten.

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Projektbeteiligte

  • Bauherr: Landkreis Nordhausen
  • Operative Projektleitung: Service Gesellschaft des Landkreises Nordhausen mbH (SGN)
  • Planung und Umsetzung: ARGE Modellprojekt Schulbau Thüringen GbR
  • Architektur / Objektplanung: DGJ Architektur GmbH
  • Freianlagen (LP 1–2): DGJ Paysages sàrl
  • Freianlagen (LP 3–8): plandrei Landschaftsarchitektur GmbH
  • Bauphysik und Energiekonzept: ina Planungsgesellschaft mbH
  • Tragwerksplanung: Pahn Ingenieure GmbH
  • Schallschutz: Graner Ingenieure GmbH
  • Technische Gebäudeausrüstung HLS und Elektro: Tiede Ingenieurunternehmung GmbH
  • Rohbau und Holzbau: Buchmann Bau GmbH & Co. KG
  • Holzbauausführung: Hunoldhaus
  • Brandschutz: hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH
  • Fotografie: Thilo Ross