Beispiele für die weitere Unterteilung von Modulen in Teilmodule, Quelle: T. LützkendorfBeispiele für die weitere Unterteilung von Modulen in Teilmodule, Quelle: T. Lützkendorf

Anforderungen an die Ermittlung und Angabe umweltrelevanter Informationen zu Gebäuden unter Nutzung von Methoden der angewandten Ökobilanzierung erlangen in naher Zukunft Gesetzeskraft. Beginnend mit dem Jahr 2028 müssen die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus berechnet und als Treibhauspotenzial ausgewiesen werden. Dabei handelt es sich um eine Wirkungskategorie aus der Liste der Kernindikatoren einer Ökobilanz. Lagen bisher nur vereinzelt Erfahrungen bei der Ermittlung des Treibhauspotenzials und zum Teil weiterer potenzieller Umweltwirkungen vor, etwa im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsbewertung, der Beantragung von Fördermitteln oder der EU-Taxonomie, wird ab diesem Zeitpunkt die Planungs- und Baupraxis, insbesondere die Gruppe der Vertreterinnen und Vertreter planender Berufe, in ihrer vollen Breite mit dieser Thematik konfrontiert. Aktuell werden die Grundlagen geschaffen. Dies betrifft sowohl die Formulierung gesetzlicher Anforderungen, die Weiterentwicklung der einschlägigen Normen, die Bereitstellung von Daten, Anleitungen und Hilfsmitteln sowie den Ausbau von Weiterbildungsangeboten. In diesem Kontext stellt der Beitrag die Grundlagen der Ökobilanzierung, den Stand der Normung von DIN EN 15978:2026 und DIN SPEC 91606:2026 sowie relevante Fragestellungen vor, die mithilfe der Ökobilanzierung behandelt werden können. Zu ausgewählten Teilthemen werden die Hintergründe und Zusammenhänge erläutert sowie Hinweise für die konkrete Anwendung gegeben.

Lützkendorf, T. (2026) Ökobilanzierung in der Planung: Vom wissenschaftlichen Ansatz zum praktischen Werkzeug. Bautechnik 103, H. 8. https://doi.org/10.1002/bate.70150