Quelle: Dana Höftmann
Die simulationsbasierte Parameterstudie zeigt, dass begrünte Fassaden den Energiebedarf von Gebäuden positiv beeinflussen können. Untersucht wurde ein Bürogebäude in einem mitteleuropäischen Stadtklima anhand von 60 Simulationsvarianten. Dabei wurde analysiert, welche Faktoren den Heiz- und Kühlenergiebedarf am stärksten beeinflussen. Besonders relevant sind die Dichte der umgebenden Bebauung, der Begrünungsgrad der Fassade sowie die Wärmeleitfähigkeit des Substrats. Für den Kühlenergiebedarf spielt zusätzlich die Blattdichte der Pflanzen eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse zeigen, dass eine möglichst vollständig begrünte Fassade sowohl den Heiz- als auch den Kühlbedarf reduzieren kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Wirkung von Grünfassaden stark mit dem städtischen Umfeld zusammenhängt: Je nach Verschattung durch Nachbargebäude verändern sich die energetischen Vorteile deutlich. Die Orientierung der Fassade erwies sich dagegen als vergleichsweise wenig bedeutend. Die Studie liefert damit wichtige Erkenntnisse für die Planung energieeffizienter Gebäude und zeigt, dass Grünfassaden insbesondere in dicht bebauten urbanen Räumen ein wirksamer Baustein für Klimaschutz und Energieeinsparung sein können.
Hartmann, M.; Paskert, T.; Völker, C.; Alsaad, H. (2026) Einfluss begrünter Fassaden auf den Gebäudeenergiebedarf: Simulationsbasierte Parameterstudie mittels statistischer Versuchsplanung. Bauphysik 48, H. 3, S. 242–247. https://doi.org/10.1002/bapi.70054


