Gesamtvergleich mit gleichem Stützenvolumen
Nicht jedes aus Holz realisierte Strukturelement garantiert kategorisch dieselben ökologischen Vorteile. Ein materialeffizienter Stützenquerschnitt kann dennoch emissionsreich oder ressourcenintensiv sein, beispielsweise aufgrund klebstoffintensiver Fertigungsschritte oder verlustreicher Rohmaterialverarbeitung. Umgekehrt können auch emissionsarme und ressourcenschonende Holzwerkstoffe ungeeignet sein, wenn ihre geringe Tragfähigkeit zu überdimensionierten Querschnitten führt. Die hier kompakt wiedergegebene Bachelorarbeit untersucht dieses Spannungsfeld exemplarisch am Beispiel einer Holzinnenstütze. Aufbauend auf einer parametrischen Untersuchung werden unterschiedliche Vollholzwerkstoffe hinsichtlich ihres Materialeinsatzes, ihres Treibhauspotenzials sowie ihrer Ressourcenverwendung bewertet. Besonders hinsichtlich der Ressourceneffizienz wird ein neues Konzept vorgeschlagen, das die Wertschöpfungskette vom Baumwachstum über die Ernte bis zur Rohmaterialverarbeitung quantifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass nur eine integrative Betrachtung aller Effizienzdimensionen zu belastbaren Aussagen über die ökologische Qualität eines Bauteils führt – und damit neue Impulse für eine differenzierte, zukunftsweisende Planung im Holzbau gibt.
Klemm, J.; Grönquist, P.; Hein, H.; Nowak, J. (2026) Material-, Ressourcen- und Emissionseffizienz verschiedener Vollholzwerkstoffe für Stützen im mehrgeschossigen Holzbau. Bautechnik 103, H. 6, S. 479–489. https://doi.org/10.1002/bate.70116


