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Mit dem Lehmhochlochziegel bietet GIMA einen ungebrannten Mauerstein für den modernen Massivbau. Industrielle Fertigung, Verarbeitung im Dünnbettverfahren und erste realisierte Bauprojekte zeigen, dass sich der Baustoff zunehmend in etablierten Planungs- und Bauprozessen behauptet.

Lehm gilt als kreislauffähiger Baustoff mit guten bauphysikalischen Eigenschaften. Sein Einsatz im modernen Massivbau war bislang jedoch mit Einschränkungen verbunden. Neben fehlenden normativen Grundlagen erschwerte vor allem die Verarbeitung mit kleinformatigen Steinen im Dickbettmörtelverfahren einen wirtschaftlichen Einsatz. Mit der Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-17.6-1306 und der allgemeinen Bauartgenehmigung für tragendes Lehmsteinmauerwerk im Dünnbettverfahren haben sich diese Rahmenbedingungen grundlegend verändert.

Der GIMA Lehmhochlochziegel knüpft an die Verarbeitung konventioneller Plansteine an. Die großformatigen Steine werden im Dünnbettverfahren vermauert und lassen sich damit ohne grundlegende Änderungen in bestehende Bauabläufe integrieren. Sie erfüllen die Anforderungen der Druckfestigkeitsklasse 5 und decken mit Formaten von 115 bis 365 Millimetern ein breites Anwendungsspektrum ab – von nichttragenden Innenwänden bis hin zu tragenden Innen- und Außenwänden.

Erste Referenzprojekte zeigen die Praxistauglichkeit

Seine Praxistauglichkeit belegen inzwischen auch erste Referenzprojekte. Beim Weissenhof.Forum in Stuttgart, einem Neubau nach Plänen von Barkow Leibinger im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA'27, kommen tragende Lehmwände als Teil des Materialkonzepts zum Einsatz. Fast fertiggestellt ist zudem das Verwaltungsgebäude der AVA Abfallverwertung Augsburg, bei dem der GIMA Lehmhochlochziegel sowohl für Innen- als auch Außenwände verwendet wurde. Die Projekte verdeutlichen, dass Lehm heute nicht mehr ausschließlich im experimentellen oder handwerklich geprägten Bauen eingesetzt wird, sondern zunehmend auch bei anspruchsvollen Neubauten Berücksichtigung findet.

Ein wesentlicher Unterschied zu gebrannten Mauerziegeln liegt in der Herstellung. Nach der Formgebung werden die Lehmhochlochziegel getrocknet, ein energieintensiver Brennprozess entfällt. GIMA nutzt hierfür bestehende Produktionsanlagen der Ziegelherstellung. Nach Unternehmensangaben wird der Energiebedarf für die Fertigung durch Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen sowie durch anlageninterne Wärmerückgewinnung gedeckt.

Material im Kreislauf halten

Neben der Herstellung zeichnen sich Lehmhochlochziegel durch ihre Materialeigenschaften aus. Lehm kann Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben und trägt so zu einem ausgeglichenen Innenraumklima bei. Gleichzeitig sorgt die hohe Masse des Materials für eine gute Schalldämmung und seine Wärmespeicherfähigkeit für ein träges Temperaturverhalten im Gebäude.

Für Bauvorhaben, bei denen Materialkreisläufe bereits in der Planung berücksichtigt werden, bietet der Baustoff weitere Vorteile. Werden Lehmziegel, Lehmmörtel und Lehmputz gemeinsam eingesetzt, lassen sich die Materialien nach einem späteren Rückbau sortenrein trennen und erneut als Rohstoff verwenden. Auch Produktionsreste oder Bruchmaterial können wieder in die Herstellung neuer Lehmbaustoffe einfließen.

Mit dem Lehmhochlochziegel zeigt GIMA, wie sich ein traditioneller Baustoff in moderne Fertigungs- und Bauprozesse integrieren lässt. Die Kombination aus industrieller Herstellung, normgerechter Verarbeitung und den ersten realisierten Bauprojekten erweitert das Spektrum mineralischer Mauerwerksbaustoffe um eine zusätzliche Option für den Massivbau.

Weitere Infos zum GIMA Lehmhochlochziegel: www.gima-lehmziegel.de