1. Ute Bonde, Berliner Umweltsenatorin, Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, und Dr. Gunter Mann, BuGG-Präsident, beim Rundgang über die Fachausstellung. Hagedorn: „Die Innovationskraft des deutschen Mittelstandes zeigt sich dort.“ Quelle: Bundesverband GebäudeGrün e.V.
Die Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenräumen muss zu einem festen Bestandteil moderner Stadtentwicklung werden. Dieses Fazit prägte den Weltkongress Gebäudegrün, der Anfang Juni 2026 in Berlin stattfand. Mehr als 700 Teilnehmende aus 32 Ländern diskutierten dort über innovative Lösungen für klimaresiliente Städte und die Rolle von Pflanzen als wirksame Antwort auf die Folgen des Klimawandels. Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) nutzte die internationale Veranstaltung, um die Bedeutung von urbanem Grün stärker in den Fokus von Politik, Planung und Kommunen zu rücken.
Neben dem fachlichen Austausch stand die Frage im Mittelpunkt, wie Städte widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Starkregen und Flächenknappheit werden können. Vertreter aus Wissenschaft, Architektur, Landschaftsbau und Verwaltung waren sich einig, dass bislang ungenutzte Dach- und Fassadenflächen ein enormes Potenzial bieten. Gebäudegrün wird dabei zunehmend als zentrale Infrastruktur für die klimaangepasste Stadt verstanden.
Rückenwind erhielt das Thema auch von politischer Seite. Die Berliner Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Ute Bonde, bezeichnete Gebäudebegrünung als Notwendigkeit und nicht als Luxus. Auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Bettina Hagedorn, betonte die Bedeutung von Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen für eine zukunftsfähige Daseinsvorsorge. Beide verwiesen auf die Herausforderungen wachsender Städte und die Chancen, die grüne Gebäudehüllen für Klima- und Lebensqualität bieten.
Der Kongress zeigte zugleich die Innovationskraft der Branche. In einer Fachausstellung präsentierten mehr als 50 Unternehmen, Verbände und Organisationen neue Produkte, Systeme und Dienstleistungen. Ergänzt wurde das Angebot durch eine internationale Posterausstellung sowie ein umfangreiches Vortragsprogramm mit 90 Referierenden aus 24 Ländern. Dabei wurden aktuelle Forschungsergebnisse ebenso vorgestellt wie erfolgreiche Praxisbeispiele aus aller Welt.
Besondere Impulse lieferten renommierte Experten wie der französische Botaniker Patrick Blanc und der Architekt Werner Sobek. Beide unterstrichen die Bedeutung naturnaher Planung und eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Herausforderungen der Zukunft. Für eine erfolgreiche Transformation der Städte seien Wissenstransfer, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine konsequente Umsetzung von Begrünungsmaßnahmen unerlässlich.
Zum Abschluss des Kongresses konnten die Teilnehmenden Berliner Vorzeigeprojekte der Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung im Rahmen geführter Exkursionen besichtigen. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz: Der Weltkongress habe deutlich gemacht, welches Potenzial in der Bauwerksbegrünung steckt und wie wichtig es ist, die Erkenntnisse nun in konkrete Projekte zu überführen.


