Quelle: Jessica KurzQuelle: Jessica Kurz

Der BDB Resilienz-Bauplan beschreibt, wie Deutschland seine Gebäude, Infrastrukturen, Quartiere und Städte besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten kann. Angesichts zunehmender Klimarisiken, häufiger Extremwetterereignisse, alternder Infrastrukturen, fragiler Lieferketten sowie neuer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Krisen muss Resilienz zu einem zentralen Prinzip des Planens, Bauens und Betreibens werden. Resilienz bedeutet dabei nicht nur die technische Widerstandsfähigkeit einzelner Bauwerke, sondern die Fähigkeit von Gebäuden, Versorgungssystemen und Gemeinschaften, Belastungen zu bewältigen, Schäden zu begrenzen und auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Der Bauplan fordert eine vorausschauende Risikoanalyse als Grundlage jeder Stadt- und Infrastrukturentwicklung. Klimarisiken wie Starkregen, Hitze, Trockenheit oder Überschwemmungen sollen frühzeitig erkannt und verbindlich in Planungsentscheidungen integriert werden. Gleichzeitig müssen Energie-, Wasser-, Mobilitäts- und Kommunikationsnetze modernisiert, dezentraler organisiert und gegen Ausfälle abgesichert werden, damit die Grundversorgung auch in Krisensituationen gewährleistet bleibt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung vorhandener Ressourcen. Bestehende Gebäude, Leerstände und Brachflächen sollen stärker als wertvolle Flächen- und Materialreserven betrachtet werden. Statt Abriss und Neubau sollen Umbau, Sanierung, Umnutzung und Wiederverwendung Vorrang erhalten. Digitale Gebäudepässe, Ressourcenkataster und verpflichtende Ökobilanzen sollen dabei helfen, vorhandene Potenziale sichtbar zu machen und die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu stärken.

Der BDB spricht sich zudem für eine Baukultur aus, die regionale Besonderheiten, lokale Materialien und langlebige Konstruktionen stärker berücksichtigt. Robuste, reparierbare und flexibel nutzbare Gebäude sollen mit möglichst einfacher Technik auskommen und sich an veränderte Anforderungen anpassen lassen. Gleichzeitig sollen verpflichtende Klimarisikoanalysen und konkrete Anpassungsstrategien dafür sorgen, dass Gebäude bereits in der Planungsphase auf zukünftige Belastungen vorbereitet werden.

Um resilientes Bauen schneller voranzubringen, fordert der Bauplan modernisierte und vereinfachte Genehmigungs- und Planungsverfahren, harmonisierte Regelwerke sowie klare Verantwortlichkeiten für neue Aufgaben wie Resilienzanalysen, Lebenszyklusbetrachtungen oder Klimaanpassungskonzepte. Neue Anforderungen müssen außerdem angemessen vergütet und fest in Leistungsbildern verankert werden.

Darüber hinaus betont der BDB die Bedeutung von Bildung und Qualifizierung. Resilienz, Klimaanpassung, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Bestandsentwicklung sollen künftig fester Bestandteil von Studium, Ausbildung und Fortbildung werden. Gleichzeitig müssen Kommunen, Verwaltungen, Planungsbüros und Handwerksbetriebe in die Lage versetzt werden, diese Anforderungen fachlich umzusetzen.

Abschließend hebt der Resilienz-Bauplan die soziale Dimension hervor. Gebäude und öffentliche Räume sollen nicht nur alltägliche Funktionen erfüllen, sondern im Krisenfall auch Schutz, Orientierung, Versorgung und Begegnung ermöglichen. Multifunktionale Quartiere, öffentliche Schutzraumkonzepte und eine Planung, die besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen berücksichtigt, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und machen Städte und Gemeinden insgesamt widerstandsfähiger. Resilienz wird damit als ganzheitliche Aufgabe verstanden, die technische Sicherheit, ökologische Anpassung, wirtschaftliche Vorsorge und soziale Verantwortung miteinander verbindet.

BDB Resilienz-Bauplan

Was wir jetzt tun müssen, um Gebäude, Infrastruktur und Gesellschaft krisenfester zu machen
BDB Bund 2026
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