In einem feierlichen Festakt hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) heute (Sonntag) den diesjährigen Deutschen Umweltpreis in Höhe von insgesamt 500.000 Euro in Aachen vergeben. Überreicht wurden die Preise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (vorne, Mitte) an die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen (vorne, links) und Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul (vorne, rechts). Das Foto zeigt zudem (hinten, von links) den DBU-Kuratoriumsvorsitzenden Kai Niebert, DBU-Generalsekretär Alexander Bonde und NRW-Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur. Foto: Peter Himsel / DBUIn einem feierlichen Festakt hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) heute (Sonntag) den diesjährigen Deutschen Umweltpreis in Höhe von insgesamt 500.000 Euro in Aachen vergeben. Überreicht wurden die Preise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (vorne, Mitte) an die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen (vorne, links) und Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul (vorne, rechts). Das Foto zeigt zudem (hinten, von links) den DBU-Kuratoriumsvorsitzenden Kai Niebert, DBU-Generalsekretär Alexander Bonde und NRW-Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur. Foto: Peter Himsel / DBU

Der Deutsche Umweltpreis 2026 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geht an die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen und den Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Membion aus Roetgen. Die beiden Preisträger teilen sich das Preisgeld von insgesamt 500.000 Euro. Die Auszeichnung wurde im Rahmen eines Festakts im Eurogress Aachen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

Mit der Ehrung würdigt die DBU zwei unterschiedliche, aber komplementäre Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz: Verheyen für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Umwelt- und Klimagerechtigkeit auf dem Rechtsweg, Vossenkaul für technologische Innovationen in der kommunalen Abwasserreinigung. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde bezeichnete beide als „Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann“ und betonte, sie stünden gleichermaßen für Haltung, Beharrlichkeit und Innovationskraft.

Verheyen zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Klimarechts. Wegweisende Entscheidungen sind eng mit ihrem Namen verbunden, darunter der Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts, der unzureichenden Klimaschutz als Eingriff in die Freiheitsrechte künftiger Generationen bewertet. Als Rechtsanwältin und Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts hat sie zahlreiche Verfahren begleitet und sich zugleich für einen handlungsfähigen Staat im Umgang mit der Klimakrise eingesetzt. Nach den Worten des DBU-Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Kai Niebert zeige ihre Arbeit, dass Bürgerinnen und Bürger staatliches Handeln auf dem Rechtsweg korrigieren lassen können und damit die Demokratie stärken.

Der zweite Preisträger, Klaus Vossenkaul, hat mit der Weiterentwicklung von Membranfiltern neue Maßstäbe in der Abwasserreinigung gesetzt. Seine Technologie nutzt Hohlfasermembranen, um Mikroplastik, Krankheitserreger, multiresistente Keime und weitere Schadstoffe aus dem Abwasser zu entfernen. In einer Pilotanlage im Monschauer Ortsteil Konzen konnte gegenüber herkömmlichen Systemen der Energieverbrauch um mehr als 90 Prozent gesenkt und der Platzbedarf um 75 Prozent reduziert werden. Die Technologie kommt inzwischen auch bei Deutschlands größter Membran-Kläranlage in Wolfsburg-Stahlberg zum Einsatz.

Besondere Bedeutung erhält die Entwicklung vor dem Hintergrund der neuen EU-Kommunalabwasser-Richtlinie (KARL), die zusätzliche Reinigungsstufen für zahlreiche Kläranlagen vorschreibt und bis Juli 2027 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Steinmeier bezeichnete Vossenkaul deshalb als „Technologie-Pionier in herausragender Art und Weise“. Seine Membrantechnologie sei den künftigen Anforderungen bereits voraus und ermögliche eine platz-, energie- und kostensparende Nachrüstung bestehender Anlagen.

In seiner Festrede mahnte der Bundespräsident, die Art des Wirtschaftens und Lebens angesichts der Klimakrise grundlegend zu hinterfragen. Trotz aktueller Krisen dürften Umwelt- und Klimaschutz nicht in den Hintergrund treten. Zugleich hob Steinmeier hervor, dass die diesjährigen Preisträger Hoffnung machten, weil sie zeigten, wie technologischer Fortschritt und die Weiterentwicklung des Rechts konkrete Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels liefern können.