Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2026: Josef-Schwarz-Schule Heilbronn, Quelle: David Matthiessen
Die Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn ist mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2026 ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Forums Nachhaltige Architektur in Mannheim statt. Mit der Entscheidung würdigt die Jury ein Bildungsbauprojekt, das Nachhaltigkeit nicht als technisches Add-on versteht, sondern als integralen Bestandteil von Architektur, Städtebau, Nutzung und Betrieb.
Entworfen wurde der Schulbau von Behnisch Architekten für die Bauherrin Schwarz Immobilienmanagement. Entstanden ist die Schule im Heilbronner Quartier Neckarbogen, einem der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der Region. Nach Auffassung der Jury liefert das Projekt eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie hochwertige Bildungsräume auch unter den Bedingungen verdichteter urbaner Standorte geschaffen werden können. Durch die konsequente Stapelung unterschiedlicher Funktionen entstehen auf begrenzter Grundfläche großzügige Lern- und Aufenthaltsbereiche, ohne dass dabei auf Freiräume oder Aufenthaltsqualität verzichtet werden muss.
Besonders hervorgehoben wird die enge Verknüpfung von Gebäude und Stadtraum. Ein angehobenes Landschaftsplateau verbindet den Campus mit dem umliegenden Quartier und schafft zugleich geschützte Freiräume für Schülerinnen und Schüler. Begrünte Dachflächen, Retentionsbereiche und biodiversitätsfördernde Außenanlagen tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei und machen klimaangepasste Stadtentwicklung unmittelbar erfahrbar. Die Schule versteht sich damit nicht als Solitär, sondern als Teil eines lebendigen Stadtquartiers.
Auch konstruktiv setzt das Projekt nach Ansicht der Jury Maßstäbe. Die Holz-Stahl-Hybridbauweise kombiniert einen reduzierten Ressourceneinsatz mit hoher Leistungsfähigkeit. Regionale Materialien, rückbaubare Konstruktionen und mechanisch gefügte Verbindungen wurden von Beginn an mit Blick auf eine spätere Kreislaufführung geplant. Hinzu kommen aktivierte Lehmdecken sowie wiederverwendbare Bodenaufbauten. Die Jury hebt hervor, dass hier Ansätze der Kreislaufwirtschaft nicht theoretisch diskutiert, sondern bereits heute auf hohem architektonischem Niveau umgesetzt werden.
Eine zentrale Rolle spielt zudem das Energiekonzept. Die Schule setzt auf die Kombination aus Geothermie, Wärmepumpe, Photovoltaik und Fernwärme. Ergänzt wird dies durch natürliche Lüftung, Nachtkühlung, intensive Tageslichtnutzung und thermisch aktivierte Lehmdecken. Dieser konsequente Lowtech-Ansatz reduziert den Energieverbrauch, erhöht die Betriebssicherheit und schafft zugleich ein gesundes und komfortables Lernumfeld. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie hoher Nutzerkomfort und geringe technische Komplexität miteinander verbunden werden können.
Über ökologische und technische Aspekte hinaus würdigte die Jury ausdrücklich die soziale Qualität des Campus. Fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenräumen ermöglichen unterschiedliche Lern- und Aufenthaltsformen. Einrichtungen wie das Quartierscafé Josefs, das Haus der Familie sowie auch außerhalb der Schulzeiten nutzbare Sporthallen machen das Gebäude zu einem Ort der Begegnung für das gesamte Quartier. Die Schule übernimmt damit eine Funktion, die weit über den Bildungsauftrag hinausgeht.
Ein weiteres zentrales Kriterium für die Auszeichnung war die langfristige Zukunftsfähigkeit des Gebäudes. Langlebige Konstruktionen, flexible Grundrisse und der bewusst gewählte Lowtech-Ansatz sichern eine hohe Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus und ermöglichen Anpassungen an veränderte Anforderungen. Damit verbindet das Projekt ökologische Verantwortung mit ökonomischer Vernunft und gesellschaftlichem Mehrwert.
Quelle: Behnisch Architekten
In ihrer Begründung kommt die Jury zu dem Schluss, dass die Josef-Schwarz-Schule beispielhaft verdeutlicht, wie sich hochwertige Bildungsräume, klimaangepasste Freiräume und ein sparsamer Umgang mit wertvollen Flächen in einer wachsenden Stadt miteinander verbinden lassen. Der Campus zeige, dass nachhaltige Architektur weit mehr sei als energieeffizientes Bauen, und setze Maßstäbe für den Bildungsbau der Zukunft.
Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur 2026
Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn, Projektbeteiligte:
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Bauherrin Schwarz Immobilienmanagement
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Architektur Behnisch Architekten
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Tragwerk schlaich, bergermann & partner
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Prüfstatik BuP. Boll Beraten und Planen
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Geotechnik Smoltczyk & Partner
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Klimatechnik Transsolar Energietechnik
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Bauphysik Ingenieurbüro Gutbrod
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Laborplanungaha-laborplanung
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Lichtplanung Bartenbach
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Medienplanung CUT
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Verkehrsplanung BIT Ingenieure
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Landschaftsplanung Planstatt Senner
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DGNB Auditor Kurz und Fischer
Weitere Infos zu den Gewinnern und Nominierten des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur: www.dgnb.de/de/events-und-termine/wettbewerbe-der-dgnb/deutscher-nachhaltigkeitspreis-architektur/gewinner-des-deutschen-nachhaltigkeitspreises-architektur


