Wie stark die Klimawirkung eines Gebäudes bereits in der frühen Entwurfsphase bestimmt wird und welche Hebel Planende nutzen können, um den Ressourcenverbrauch zu senken, steht im Mittelpunkt der nächsten Ausgabe des ECCS-Webinars „Life-cycle driven design of steel structures for reduced embodied carbon“. Die europäische Stahlbauorganisation ECCS kündigt die Fortbildungsreihe für den 18., 19., 25. und 26. November 2026 an.

Im Fokus steht die Frage, wie sich die sogenannten grauen Emissionen von Stahltragwerken über den gesamten Lebenszyklus hinweg reduzieren lassen. Behandelt werden unter anderem die Auswirkungen grundlegender Entwurfsentscheidungen auf die CO₂-Bilanz, die Interpretation von Umweltproduktdeklarationen (EPD), die Bedeutung von Spannweiten, Geschosszahlen und Tragwerkskonzepten sowie der gezielte Einsatz hochfester Stähle. Auch Zielkonflikte zwischen Klimaschutzanforderungen und Anforderungen an Brandschutz, Erdbebensicherheit oder Dauerhaftigkeit werden thematisiert.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wiederverwendung von Stahlbauteilen. Die Veranstaltung zeigt, welche Voraussetzungen Tragwerke erfüllen müssen, damit sie am Ende ihrer Nutzungsphase nicht verschrottet, sondern demontiert und erneut eingesetzt werden können. Darüber hinaus werden Methoden vorgestellt, mit denen sich unterschiedliche Tragwerksvarianten bereits in frühen Planungsphasen hinsichtlich ihrer Klimawirkungen vergleichen lassen, ohne eine vollständige Ökobilanzierung durchführen zu müssen.

Teilnehmende erhalten laut ECCS Vortragsfolien, Berechnungsvorlagen, Praxisbeispiele sowie eine Checkliste für lebenszyklusorientierte Planungsentscheidungen von der Konzeptphase bis zum Rückbau. Ergänzt wird das Angebot durch einen Überblick über bestehende und zukünftige europäische Regelungen, Standards und Berichtspflichten zum gebundenen Kohlenstoff im Bauwesen.

Die Webinarreihe wird von Alper Kanyilmaz, Associate Professor am Politecnico de Milano, durchgeführt. Laut ECCS stießen frühere Ausgaben der Veranstaltungsreihe auf großes Interesse. Teilnehmende hoben insbesondere den Praxisbezug, die Arbeit an eigenen Fallstudien sowie die Anwendbarkeit der vermittelten Methoden für Planungs- und Ausschreibungsprozesse hervor. Gleichzeitig verweist die ECCS auf die wachsende Bedeutung von Lebenszyklusanalysen, die von Auftraggebern zunehmend bereits in frühen Projektphasen eingefordert werden.

Life-Cycle Driven Steel Design

18., 19., 25. und 26. November 2026
Online
Prof. Alper Kanyilmaz, Politecnico de Milano
SteelConstruct Webinar im November 2026