Fünf Ziele der Gebäudesuffizienz, Quelle: ifeuFünf Ziele der Gebäudesuffizienz, Quelle: ifeu

Der Gebäudesektor gehört zu den größten Verursachern von Ressourcenverbrauch, Flächeninanspruchnahme und Treibhausgasemissionen. Trotz großer Fortschritte bei Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um die Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Gebäudesuffizienz zunehmend an Bedeutung. Sie verfolgt das Ziel, den Bedarf an Ressourcen, Energie und Fläche grundsätzlich zu reduzieren, ohne dabei die Wohn- und Lebensqualität einzuschränken. Zentrale Ansätze sind die Priorisierung von Sanierung, Umbau und Umnutzung bestehender Gebäude vor Neubau, die bessere Auslastung vorhandener Wohnflächen sowie die Entwicklung langlebiger, anpassungsfähiger und ressourcenschonender Gebäude.

Die Forschung von Patrick Zimmermann zeigt, dass Suffizienzmaßnahmen im Bauwesen zwar bereits in einzelnen Vorzeigeprojekten erfolgreich umgesetzt werden, in der breiten Planungspraxis jedoch noch eine untergeordnete Rolle spielen. Gründe dafür sind wirtschaftliche Anreize zugunsten des Neubaus, gesellschaftliche Vorstellungen von Wohnraum und Eigentum sowie rechtliche und planerische Hürden. Gleichzeitig belegen die Analysen, dass Gebäudesuffizienz erhebliche Potenziale zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Rohstoffverbrauch und Flächenbedarf bietet. Besonders der Erhalt bestehender Gebäude und eine bessere Nutzung vorhandenen Wohnraums können einen wichtigen Beitrag zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Bauwirtschaft leisten.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine nachhaltige Transformation des Gebäudesektors nicht allein durch technische Innovationen erreicht werden kann. Neben Effizienz und Konsistenz muss Suffizienz als dritte gleichwertige Nachhaltigkeitsstrategie etabliert werden. Sie schafft die Grundlage dafür, Wohnraum bedarfsgerecht, bezahlbar und zukunftsfähig zu gestalten und gleichzeitig die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten einzuhalten.

Praktiken, Barrieren und Potenziale der Gebäudesuffizienz

Qualitative und quantitative Analyse des Umsetzungsstands, der politischen, rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen sowie der Emissions- bzw. Ressourceneinsparpotenziale von Suffizienzmaßnahmen im Gebäudebereich
Patrick Zimmermann, Dissertation
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (2026)
https://doi.org/10.26127/BTUOpen-7408.