Lehm-Dünnbettmörtel, Quelle: ClayTecLehm-Dünnbettmörtel, Quelle: ClayTec

Mauerwerk gilt als dauerhaft – und genau das wird beim Rückbau zum Problem. Zementgebundene Mörtel verbinden Steine so fest miteinander, dass sie sich meist nur zerstörend trennen lassen. Die Folge: Aus hochwertigen und energieintensiv produzierten Baustoffen wie Ziegel, Kalksandstein oder Porenbeton wird Bauschutt. Beispielsweise werden pro Tonne Hintermauerziegel im Schnitt 94 kg CO₂ emittiert. Etwa 10 Millionen Tonnen zielhaltiger Abfall fielen 2024 an – obwohl sich die Planblöcke noch weiterverwenden ließen, wenn sie nicht dauerhaft verklebt wären.

Mit dem Lehm-Dünnbettmörtel von ClayTec gibt es nun zwei Lösungen zur Vermeidung von CO2-Emissionen und Abfall im Massivbau.

Der erste Anwendungsbereich des Lehm-Dünnbettmörtels ist das Mauern mit ungebrannten Lehmplansteinen des Herstellers GIMA. Diese lassen sich CO₂-arm herstellen und nach dem Rückbau wiederverwerten, da Lehm allein durch Trocknung ohne Brennprozess aushärtet und sich dank seiner Wasserlöslichkeit beliebig oft zu neuen Bauprodukten verarbeiten lässt. Tragendes Lehmsteinmauerwerk ist bereits seit 2023 bauaufsichtlich zugelassen, bislang jedoch nur im Dickbettverfahren. Mit dem Dünnbettverfahren verkürzt sich die Ausführungszeit nach Herstellerangabe um rund 30 Prozent und wird somit erstmals konkurrenzfähig gegenüber herkömmlichem Mauerwerk. Für das System aus ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel und GIMA Lehmhochlochziegel liegt seit 2025 eine Allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für tragendes Lehmsteinmauerwerk bis einschließlich Gebäudeklasse 5 vor. Erste Projekte werden bereits realisiert, unter anderem in Augsburg und Stuttgart.

Der zweite Anwendungsbereich betrifft Mauerwerk aus gebrannten Plansteinen wie Ziegeln, Kalksandstein oder Porenbeton. Hier ersetzt der Lehm-Dünnbettmörtel zementgebundene Mörtel und schafft eine Verbindung, die sich nach dem Rückbau wieder lösen lässt. Der Mörtel kann rückstandslos entfernt werden, sodass die Plansteine erhalten bleiben und erneut verwendet werden können. Erstmals wird damit das Prinzip Design for Disassembly auf massives Mauerwerk übertragen. Seit der Markteinführung 2024 ist das System für nichttragende Trennwände verfügbar. Seit 2026 liegt zudem eine Allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt für tragendes Ziegelmauerwerk bis einschließlich Gebäudeklasse 4 vor. Damit lässt sich das System auch im tragenden Mauerwerksbau einsetzen und eröffnet die Möglichkeit, auch gebrannte Mauersteine nach dem Rückbau wieder in den Materialkreislauf zurückzuführen.

Der Lehm-Dünnbettmörtel eignet sich insbesondere für Bauvorhaben, bei denen Rückbau und Wiederverwendung bereits in der Planung berücksichtigt werden. Dazu zählen zirkuläre Baukonzepte, nachhaltige Quartiersentwicklungen, serielle Bauweisen sowie Umbauten im Bestand. Vorteile bietet der lösbare Mauerwerksverbund auch bei Gebäuden mit kurzen Umbauzyklen, etwa Hotels, Bürogebäuden oder Einzelhandelsimmobilien.

Verarbeitet wird der Lehm-Dünnbettmörtel wie ein konventioneller Dünnbettmörtel. Die Trockenmischung aus Baulehm, mineralischen Rohstoffen und Pflanzenfasern wird mit Wasser angerührt und in einer etwa zwei Millimeter starken Schicht aufgetragen. Die Aushärtung erfolgt ausschließlich durch Trocknung, während der Bauphase ist ein Witterungsschutz erforderlich.

ClayTec Lehm-Dünnbettmörtel

https://claytec.de/highlights/lehm-duennbettmoertel/