Ein neuer Ansatz zur Bewertung der Nachhaltigkeit
Die Recarbonatisierung von Kalksandstein stellt einen natürlichen Prozess dar, bei dem während der Nutzungsphase die bei der Autoklavierung gebildeten Calcium-Silikathydrate (CSH-Phasen) CO2 aus der Umgebungsluft absorbieren. Der vorliegende Beitrag präsentiert die Ergebnisse umfassender Untersuchungen zur Recarbonatisierung von Kalksandstein, die im Zeitraum von 2021 bis 2024 an 76 repräsentativen Proben mittels chemisch-mineralogischer Analysen durchgeführt wurden.
Eine zentrale Erkenntnis dieser Untersuchungen ist, dass 1 t Kalksandstein etwa 50 kg CO2 dauerhaft binden kann. Die Recarbonatisierung verläuft allmählich von außen nach innen in das Kalksandsteinmaterial hinein und wird innerhalb eines Zeitraums von 50 Jahren vollständig abgeschlossen. Darüber hinaus wird in diesem Beitrag ein neuartiger Berechnungsansatz vorgestellt, der eine Quantifizierung und Bewertung der Nachhaltigkeit von Kalksandstein ermöglicht. Neben der Integration ökologischer, ökonomischer und technischer Parameter wird durch diesen Ansatz auch eine fundierte Prognose der durch Recarbonatisierung gebundenen CO2-Mengen über definierte Zeiträume hinweg ermöglicht.
Eden, W.; Fouad, N. A.; Istanbuly, Z. (2025) Natürliche Recarbonatisierung von Kalksandstein: Ein neuer Ansatz zur Bewertung der Nachhaltigkeit. Bauphysik 47, H. 1, S. 22–32. https://doi.org/10.1002/bapi.202400040