Sanierungspflicht braucht Anschub

Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie: EU-Parlament einigt sich

Das Europäische Parlament hat seine Position zur Überarbeitung der Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie (EPBDEnergy Performance of Buildings Directive) festgelegt. Das EU-Parlament setzt durch eine Mindestanforderung für die Gebäudeenergieeffizienz auf eine Sanierungspflicht für die ineffizientesten Gebäude.

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie
Quelle: HDB/Bollhorst

„Für das Bauen im Bestand bringt die Sanierungspflicht einen großen Schub. Sie hat das Potenzial, die Sanierungsquote von aktuell ca. 1 % endlich zu erhöhen und den Gebäudebestand effizienter zu machen. Aber: Sanierungen muss man sich leisten können, Hausbesitzer dürfen nicht überfordert werden. Für das Ziel der europäischen Politik, Gebäude auf diese Weise schrittweise in Richtung Klimaneutralität zu bringen, muss sie den politischen Preis zahlen. Das heißt, dass die finanziellen Mittel dafür auch bereitstehen müssen“, so Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie.

„Um Planungssicherheit für Unternehmen, Investoren und private Hausbesitzer zu erreichen, sollten die Parameter, welche Gebäude in welchem zeitlichen Rahmen betroffen sein werden, klar gesetzt werden. Staatliche finanzielle Unterstützung muss daraufhin zielgerichtet eingesetzt werden, um die Kostenbelastungen abzufedern. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Politik technische und administrative Hilfestellungen zur Umsetzung anbietet. Nur unter diesen Voraussetzungen kann die geplante Sanierungspflicht des Europäischen Parlaments schrittweise gelingen.“ Ein Schlüssel für eine effiziente Steigerung der Sanierungsquote sind v. a. Quartiersansätze, bei denen eine Vielzahl von Gebäuden saniert, an effiziente Heiz- und Kältesysteme und Netze angeschlossen oder Gemeinschaften zur Nutzung von erneuerbaren Energien aufgebaut werden. In Anbetracht knapper Ressourcen für die flächendeckende Sanierung muss ein besonderes Augenmerk auf diejenigen Quartiere gelegt werden, die sich effizient und unter Nutzung von Skaleneffekten im Rahmen von Lösungen des seriellen Sanierens ertüchtigen lassen. Nur mit einer umfassenden und technologieoffenen Strategie für den gesamten Gebäudebestand lassen sich die ambitionierten Klimaziele erreichen.

Jobs

ähnliche Beiträge

Blau-grüne Elemente zur Verbesserung klimaresistenter Städte

Vorteile, Grenzen und Möglichkeiten der Kopplung von Modellierungsinstrumenten.

DGNB und Architektenkammern erweitern Qualifizierungsprogramm zum nachhaltigen Bauen

Zusammenarbeit ermöglicht Ausbildung zum DGNB Zertifizierungsexperten zu vergünstigten Konditionen.

Ökobilanzielle Bewertung von Wohnbauten

Anforderungen und Möglichkeiten unter Bedingungen aktueller Planungs- und Baupraxis sowie Handlungsempfehlungen.